100.000 Euro für ein Rollenspiel

Ich glaube, nicht nur Mirko Bader und die Jungs von Ulisses hinter dem Hexxen 1733-Crowdfunding sind schockiert. Was für 2500 Euro angesetzt war, hat nun den 40-fachen Wert überschritten. Nachdem in den letzten Wochen fieberhaft ein Stretchgoal nach dem anderen nachgeliefert wurde, wird die Kampagne nun in ein paar Stunden zu Ende gehen.

Ein verdienter Erfolg für eine gute Idee mit Herzblut und viel Arbeit. Ich freue mich riesig auf den Februar.

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Die Qual der Wahl

Dies ist ein Beitrag im Rahmen des Karnevals der Rollenspiel-Blogs, den clawdeenspielt für den Wahl-Monat September ausgerufen hat. Meine Qual der Wahl ist derzeit die Auswahl eines Spielsystems – noch weit bevor ich mich mit einer Gruppe, Charakteren oder Ausrüstungen beschäftige.

Nachdem ich also beschlossen habe, dass ich wieder ein RPG spielen möchte, habe ich mir natürlich erst einmal einen Überblick über die aktuelle Systemlandschaft verschafft. Glücklicherweise ist heute die Veröffentlichung von Rezensionen, Unboxings, Besprechungstexten, Videos, Let’s play’s, Podcasts und ähnlichem im Internet ohne Probleme möglich. So ist die generelle Suche nach Informationen nahezu trivial, man muss eigentlich nur die Zeit finden, das ganze Material zu sichten. Durch mein Brettspielhobby bin ich ohnehin schon auf den richtigen Quellen zuhause.

Schon nach dem 2. oder 3. System, dass ich mir anschaue, erfasst mich der Perfektionismus. Hier ist das Setting nervig, dort die Berufe zu statisch. Hier tropft der Fantasie-Käse von der Wand, dort ist man wieder zu sehr eingesperrt in eine Rahmengeschichte, im nächsten System gibt es so gut wie überhaupt keinen Spielwelt-Hintergrund. Aber: Wenn man nur Regelwerke liest, um das richtige Spiel auszusuchen, sitzt man niemals am Spieltisch. Und dabei habe ich noch nicht mal angefangen, eine Gruppe oder Mitspieler zu suchen.

Es gibt etliche Seiten, Videos und Blogposts, die den Einstieg beschreiben. Der Tenor ist jedoch: „Such‘ Dir eine Gruppe und spiel!“ – Ich bin jetzt noch einmal 1 Woche geschäftlich unterwegs, danach werde ich mir 1 oder 2 Systeme vornehmen (heißer Tip derzeit: Savage Worlds, Arcane Codex), eine Gruppe suchen und in eine Online-Runde einsteigen.

Wie ich die Wahl eines Systems treffe

Irgendwann muss es auch mit dem Perfektionismus vorbei sein. Ein guter Freund sagt immer: „Better done than perfect!“ Auch wenn ich diesem Ausspruch manchmal widerspreche, ich erkenne doch den Wert, der darin liegt: Manchmal muss man einfach eine Entscheidung treffen und etwas tun, auch, wenn es noch nicht perfekt ist. Erst dann erfährt man, ob man auf dem richtigen Weg ist.

In diesem Sinne ist es für mich immer am einfachsten, wenn ich mir eine zeitliche Grenze setze. Ein festes Datum mit Uhrzeit: Dann treffe ich meine Entscheidung unter der Berücksichtigung aller Erkenntnisse, die ich bis dahin gemacht habe. Ich suche mir dann meist einen Zeitpunkt aus, der ausreichend Platz für eine Entscheidung bietet (kein Urlaub, aber auch nix Geschäftliches, keine Feiern oder Geburtstage). Am entsprechenden Tag schreibe ich dann irgendwann vorher noch einmal meine Optionen auf und drehe sie in meinem Kopf hin und her. Dann ist es soweit: Die Entscheidung wird getroffen.

Einige, wichtige Quellen, die mir bisher schon bei der Suche sehr geholfen haben, will ich aber trotzdem hier aufführen:

Ich kann gar nicht betonen, wie sehr ich den Mädels und Jungs für ihre Mühen danke, die sie in ihr Hobby und die Publizierung der Beiträge stecken!

Arcane Codex: Ein Charakter in 30 Minuten

DocRattie ist erfahrener Rollenspieler und betreibt einen YouTube-Kanal mit unzähligen Videos über Spielsysteme, Rollenspieltheorie, Rezensionen und vieles mehr – ein nahezu unerschöpflicher Fundus interessanter Beiträge zu unserem Hobby.

Arcane Codex ist ein Dark Fantasy-Spielsystem und Kreijor eine Welt voller Abenteuer. Außerdem bin ich auf meiner Suche nach einer neuen Spielwelt auch über Arcane Codex gestolpert und im Moment ist es das Setting, das mir bisher am besten gefällt.

In einem 30-minütigen Video zeigt DocRattie hier eine recht einfache Charaktererschaffung in Arcane Codex. Dabei orientiert er sich direkt an den Werte-Rahmenbedingungen des Systems (ohne vorher viel Zeit auf den Hintergrund zu verschwenden). Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl für die Schwerpunkte des Spiels.

Interessant ist für mich, dass er Charaktere ganz anders erschafft, als ich es tun würde. Es kann jetzt natürlich dem Thema des Videos geschuldet sein, aber mit dem Buch direkt mit den ersten Werten einzusteigen – damit höre ich bei meiner Erstellung eigentlich auf und schließe meinen Charakter ab.

Dungeon World Crowdfunding – noch 2 Tage

Auf meiner unermüdlichen Suche nach dem perfekten Rollenspiel-System bin ich über Würfelheld auf Dungeon World gestossen. Ich würde es als Regel-Rahmenwerk bezeichnen, um der Entwicklung einer Geschichte einen Raum zu geben. Auch DocRattie hat zu Dungeon World schon etwas veröffentlicht.  Es ist ein Open Source-Regelwerk und wird in einer Crowdfunding-Kampagne auf system-matters.de gerade auf Deutsch als Buch veröffentlicht. Die wiederum läuft nur noch bis zum 4. September, also noch 2 Tage.

Nachdem ich mich in den Kommentaren auf Würfelheld als „unfähig zu googeln“ geoutet habe, habe ich mich über das System informiert und einige Links gesammelt. Außerdem habe ich das Hardcover vorbestellt.

Also: Wenn man ein System sucht, vergrößert man auf jeden Fall seine Sammlung.

RPG-Blog-O-Quest im September 2017: Charaktere

Es ist der 1. September und darum startet auch wieder eine RPG-Blog-O-Quest. Diesmal ist es Ausgabe #24, dreht sich um Charaktere und wird präsentiert von Timber’s Diaries.  Die Blog-O-Quest ist prima, um einmal neue Blogs und neue Menschen kennenzulernen und zu erfahren, wie gewisse Themen in der Community gesehen werden.  Hier also meine Antworten zu den RPG-Blog-O-Quest-Fragen im September.

Nach welchen Gesichtspunkten und aufgrund welcher Inspirationen baust du deine Charaktere?

Ich baue meine Charaktere relativ spontan. Normalerweise habe ich innerhalb von 5 Minuten einen Charakter mit Motivation und einem groben Handlungshintergrund im Kopf, den ich in einem bestimmten Setting oder einer bestimmten Welt gerne mal darstellen würde. Am einfachsten fallen mir dabei High Fantasy/Dark Fantasy-Charaktere. Meine Inspiration ist dabei eher meine eigene Vorstellungskraft. Ein wenig Inspiration ziehe ich auch aus der Zusammensetzung der Gruppe – wenn ich sie denn vorher kenne. Selten habe ich direkt zu Beginn schon die Merkmale des Charakters im Kopf (Rasse, Archetyp, Beruf, Klasse usw.). Die entwickle ich, wenn ich Gesinnung und Hintergrund ein wenig durchdacht habe.

Wenn ich in ein neues System einsteige, lasse ich mich auch schon einmal durch die neuen Möglichkeiten des Systems inspirieren: Vielleicht gibt es einen Beruf oder eine Berufskombination, die ich schon immer mal ausprobieren wollte (Beispiel: HeXXen 1773: Konstrukteur und Alchimist).

Was fällt dir am Leichtesten bzw. am Schwersten beim Charakterbau und warum?

Am Leichtesten sind die ersten Gedanken, die Motivation und der Antrieb. Dann geht es ans Eingemachte und der Charakter muss in der Welt und den Rahmenbedingungen der Welt ausgearbeitet werden. Das fällt mir meist am Schwersten, weil manchmal die Welt nicht genug Platz in ihren Regeln und Gesetzmäßigkeiten hat. Da muss man schließlich Kompromisse machen, damit Charakter und Welt schlüssig verschmelzen.

Recycelst du gelegentlich Charaktere, die du in einer früheren Runde schon einmal gespielt hast, für neue Runden und warum oder warum nicht?

Jepp, mache ich – meist allerdings sehr abgewandelt und nie in derselben Gruppe zweimal.

Wie stehst du zum Charaktertod? Darf dein Charakter sterben bzw. unter welchen Umständen?

Er darf sterben. Nur nicht aus Willkür des Spielleiters.

Was bedeutet Charakterentwicklung für dich?

Wenn der Startschuß fällt, mir einen neuen Charakter zu entwickeln, bin ich immer aufgeregt. Ich weiß, dass ein paar tolle Phasen bevorstehen und ich koste die immer alle aus, bis ich zum ersten Mal in der Gruppe am Spieltisch sitze. Dann beginnt im Prinzip die zweite Phase: Das Ausleben und Weiterentwickeln. Auch das zelebriere ich und freue mich darüber, immer neue Facetten an meinem Charakter zu entdecken. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht allzu sehr an meinem Charakter hänge. Solange eine Gruppe zusammen ist oder ich in einer bestimmten Welt unterwegs bin, spiele ich den Char gerne weiter. Aber wenn Abenteuer zu Ende gehen oder ich in eine neue Gruppe gehe, wird es manchmal auch Zeit für einen neuen Charakter.

Auf die Bonusfrage verzichte ich, da fallen mir schlichtweg zu viele, zu schwer erklärbare Antworten ein.

Das war’s. Bis zum nächsten Monat!

Noch mehr zur RPG-Blog-O-Quest

Die aktuelle RPG-Blog-O-Quest findet man im RSP-Blogs-Forum. Dort kann man sich auch anmelden, um selbst eine Quest durchzuführen. Ansonsten findet man spätestens auf rsp-blogs.de, dem Netzwerk der deutschen Rollenspielblogs, die jeweils aktuelle Quest und die ersten Antworten.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt jemand – entweder die Questgründer Greifenklaue oder Würfelheld oder ein von ihnen beauftragter Blog – dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

My Little Pony – Tails of Equestria Let’s Play um Mitternacht auf der RatCon 2017

Mitten in der Nacht hat es auf der RatCon 2017 tatsächlich ein Let’s Play des Pony-Rollenspiel „Tails of Equestria“ gegeben. Jetzt kann man, wie Alexander in den Kommentaren, darüber streiten, ob das ironisch-überzogene Spiel eine gute Werbung für das System ist. Anderseits behaupte ich, das in diesem Setting im Grunde keine andere Atmosphäre möglich war.

Kai Großkordt leitet sein Spiel dabei entspannt, professionell und souverän. Und auch die Spieler schaffen es – trotz aller Cheezyness und Ironie – die Story zu tragen. Die Mechaniken sind transparent, den Ablauf eines Abenteuers kann man sich nun gut vorstellen. Mit Kindern dürfte das Ding sogar richtig Spaß machen.

Ich freue mich jedenfalls darüber, ein Vorbesteller zu sein und irgendwann das Ding einsetzen zu können. Ich überlege mir tatsächlich noch, weitere Würfelsets zu ergänzen.

My Little Pony – Tails of Equestria

Seit dem Reboot der Serie „My Little Pony – Freundschaft ist Magie“ durch Lauren Frost bin ich Fan und habe bisher keine Staffel verpasst. Meine Tochter ist dabei auch gerade im besten Hype-Alter und Netflix hat natürlich alle Folgen am Start. Was könnte besser sein?

Nun, ganz einfach: Ulisses Spiele plant die deutsche Veröffentlichung des Rollenspiel-Ablegers. Bald können wir also neben Rainbow Dash, Fluttershy, Pinkie, Applejack, Rarity und Twilight durch Equestria ziehen und freundschaftsmäßige Abenteuer erleben. Die Kickstarter-ähnliche Vorbesteller-Aktion läuft bereits seit Anfang August und wird noch bis in den Oktober laufen. Ende Oktober 2017 sollen dann die ersten Produkte ausgeliefert werden (es ist also kein „echtes“ Crowdfunding).

Das Buchcover des Spiels Tails of Equestria

Dabei gibt es wirklich direkt einiges zum Start: Neben dem Erzählspiel kommen die wichtigen Freundschaftssteine (einfache Kiesel würden es wahrscheinlich auch tun). Außerdem gibt es auch direkt ein Abenteuer-Buch und verschiedene Würfelsets für Erdponies, Pegasus und Einhörner (mit einem einfachen Pack 20, 12, 10, 8, 6 und 4). Je mehr Vorbesteller mitmachen, desto mehr Zusatzprodukte werden enthalten sein.

Das Spielsystem

Viel ist über die deutsche Variante noch nicht bekannt, obwohl es auf der Ratcon 2017 gerade frisch bespielt wurde. Es steht jedoch fest, das Spiel ist nicht nur für alle Altersklassen, sondern auch für absolute RPG-Anfänger. Es ist also zu erwarten, dass man beim ersten Blick ins Buch nicht mit Tabellen, sondern mit viel blumig-beschriebenen RPG-Anleitungstext begrüßt wird. Macht aber fast gar nix. Ich will ja auch mit meiner Tochter spielen und ich freue mich, uneingeschränkt kindgerechtes Material in den Händen zu halten.

Weiterhin liegt der Schwerpunkt auf dem Erzählen von Geschichten (es heißt nicht umsonst storytelling game statt roleplaying game). So können die ganzen Min-Maxer und Tabellenfetischisten gerne zuhause bleiben. Untermauert wird gutes Spiel dann durch die aus anderen Systemen bekannte Token-Vergabe. Die Token können dann zur Verbesserung von Würfen oder Attributen eingesetzt werden. Nach jedem Abenteuer wird per se gedingt, unser PCs („pony charaktere“) können dann außerdem ihre Werte verbessern, einfach indem sie einen Würfel auf den nächsthöheren aufwerten (Beispiel: D6 auf D8). Damit sind dann automatisch höhere Würfelwerte drin.

Die Erweiterung „Der Fluch der Statuetten“ enthält dann noch mehr Zubehör: Einige Charakterbögen, einen Spielleiter-Sichtschirm und noch ein paar Würfel. Die Freundschaftssteine enthalten auch einen kleinen bedruckten Beutel. Hier hat man für Fans meiner Meinung nach ein paar schöne Pakete zusammengelegt. Ein Bestiarium ist auch schon angekündigt.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels waren wir 97 Vorbesteller. Wer ein kindgerechtes, buntes RPG sucht, das man auch schon einmal auf einem Kindergeburtstag oneshotten kann, das in einer tollen, ausgearbeiteten Welt spielt, der greift einfach zu! Schnell, im Oktober kommt der Film und dann sind wir sowieso mitten im Hype.

Was sagen andere?

Zurück in die Vergangenheit

Knapp vor meinem 47. Geburtstag juckt es mich in den Fingern. Eigentlich würde ich gerne noch einmal in einer Rollenspiel-Gruppe spielen. Oder vielleicht eine leiten? Vielleicht einmal alle 2 Wochen. Aber wo eine Gruppe finden? Welches System? Welche Systeme gibt’s denn heute überhaupt so? Wo finde ich Communities? Spiele ich online oder so richtig mit Hinfahren?

Mein letzter, recht kurzer Ausflug ist schon wieder über 1 Jahr her. Damals versuchte ich als kleinwüchsiger und nicht sehr mutiger Dieb meine Gegner und meine Gruppe in der Welt von 13th Age um ihr Erspartes zu erleichtern – mit mäßigem Erfolg. Irgendwie sind wir aber nicht über die ersten Abenteuer hinausgekommen. Ich glaube, es ist eingeschlafen, weil wir schlichtweg keinen neuen Termin gefunden hatten.

Wird jetzt alles besser? Spaß würde es mir schon machen. Also beginnt die Suche nach System und Gruppe. Wie gut, dass es das Internet gibt. Alles weitere wird Inhalt dieses Blogs.